Sehr geehrte Frau Ministerin Sommer,

ich wende mich an Sie in meiner Funktion als Gymnasialsprecherin innerhalb der Stadtschulpflegschaft Aachen. Diese hat sich wegen der fehlenden Mittel zur Beschaffung der Bücher für die erste kommende Oberstufe G8 und den hiermit verbundenen Doppeljahrgang, beziehend auf die Aussage aus Ihrem Hause, dass hierfür die Kommunen zuständig seien, unter Berufung auf das Konjunkturpaket II, an die Verantwortlichen der Verwaltung der Stadt Aachen gewendet.
Auf meine konkrete Nachfrage hin haben sich die Parteienvertreter und Verwaltungs-Verantwortungsträger sehr verwundert über Ihren Hinweis auf das Konjunkturpaket II geäußert, und eine Finanzierung der anstehenden Mehrkosten klar abgelehnt, vor allem wegen der angespannten Haushaltslage der Kommunen.
Deutlich wurde hingegen auf das sogenannte „Konnexitätsprinzip“ hingewiesen!

Meine Frage an Sie: Wer bezahlt nun die notwendigen Bücher für die Schüler dieser betroffenen Jahrgangsstufe? Die Eltern? Was, wenn diese das nicht können? Als Elternvertreter muss ich das klar ablehnen. Die durch Ihr Ministerium eingeführten Reformen haben die Schüler des ersten G8-Jahrganges schon über Gebühr belastet, durch viel zu viel Nachbesserungsbedarf! Es ist nicht zu akzeptieren, dass hier gerade in der Zielgerade für die schulische Laufbahn wieder negative Situationen das Schulleben bestimmen.
Sollen die Schüler die Oberstufe mit Kopien bestreiten?
Diese Problematik ist einfach bei Ihren Reformen übersehen worden. Wir als Elternvertreter müssen Sie auffordern Ihre diesbezügliche Verpflichtung gegenüber unseren Kindern und auch uns Eltern wahrzunehmen!

Wir möchten Sie bitten, uns hierzu einen Lösungsweg aufzuzeigen. Das die Verantwortungen hin und her geschoben werden ist nicht hinzunehmen.
Uns ist bewusst, dass Sie durch die bevorstehenden Wahlen zeitlich sehr in Anspruch genommen sind, und möchten auch an dieser Stelle betonen, dass wir Ihre Reformen vom Wertgehalt her, unterstützen.
Dennoch können wir in der oben beschriebenen Sachfrage nicht mehr länger auf eine Lösung zu warten, da der Übergang in die Oberstufe und die diesbezüglichen Buchbestellungen vor der Tür stehen. Aus diesem Grund benötigen wir eine Rückmeldung noch vor den Wahlen.

Mit freundlichen Grüßen
Heike Lube (Vorsitzende Gymnasien)

18.Februar 2010

G8 - Schulbücher

Sehr geehrte Frau Sommer,

mit gemischten Gefühlen sieht die Schüler- und Elternschaft dem Doppeljahrgang in seiner Oberstufenlaufbahn zum Abitur entgegen. Zu den vielfältigen Problemen dieses Jahrgangs gesellt sich ein weiteres, sehr akutes Problem:
Die Schülerschaft erhält alljährlich auf den Jahrgang abgestimmte Schulbücher, die zu 1/3 aus dem Elternbeitrag zu 2/3 aus Landesmitteln stammen.

Mit dem Schuljahr 2010/11 tritt nun eine zusätzliche Stufe in die Oberstufe ein, für die von Seiten der Schule keine zusätzlichen Schulbücher beschafft werden können. Die regelmäßigen Mittel reichen laut der Auskunft von Schulleitungen noch nicht einmal aus, um in der Mittelstufe die Bücher kurzfristig umfassend an den G8-Bildungsgang anzupassen.
Nun einen kompletten Oberstufenjahrgang nur mit Kopien zu versorgen, ist nicht sinnvoll und verletzt zudem die Urheberrechte.

Wie sollen unsere Gymnasien mit dem Problem umgehen, das sich vereinfacht und überschlagmäßig wie folgt darstellt:

Jeder Schüler benötigt in der Oberstufe bei ca.11 belegten Kursen mindestens 8 Fachbücher ca. 30.- Euro. Das sind bei ca. 140 Schülerinnen und Schülern ca. 33.000.- Euro, die jeweils in den drei zukünftigen Schuljahren fehlen werden, um beide parallelen Jahrgänge chancengleich mit Schulbüchern auszustatten.

Die Vertreter der Aachener Stadtschulpflegschaft fordern, dass der Schuletat in den Gymnasien zur Beschaffung von Schulbüchern in den nächsten drei Jahren deutlich aufgestockt wird.

Wir bitten Sie unsere Sorgen Ernst zu nehmen, denn die Zukunft dieses Landes sind unsere Kinder. Dieser Doppeljahrgang hat es an vielen Ecken sehr schwer und diese Schüler werden noch über ihre Schulzeit hinaus an den übereilten und unausgereiften Reformen zu tragen haben.

Wir hoffen, dass Sie den Schülern, Lehrern und Eltern dieses Landes in einer so evidenten Frage, eine positive Antwort geben.

Mit freundlichen Grüßen

Sprecherkreis der Stadtschulpflegschaft Aachen