Sehr geehrte Frau Ministerin Sommer,

ich wende mich an Sie in meiner Funktion als Gymnasialsprecherin innerhalb der Stadtschulpflegschaft Aachen. Diese hat sich wegen der fehlenden Mittel zur Beschaffung der Bücher für die erste kommende Oberstufe G8 und den hiermit verbundenen Doppeljahrgang, beziehend auf die Aussage aus Ihrem Hause, dass hierfür die Kommunen zuständig seien, unter Berufung auf das Konjunkturpaket II, an die Verantwortlichen der Verwaltung der Stadt Aachen gewendet.
Auf meine konkrete Nachfrage hin haben sich die Parteienvertreter und Verwaltungs-Verantwortungsträger sehr verwundert über Ihren Hinweis auf das Konjunkturpaket II geäußert, und eine Finanzierung der anstehenden Mehrkosten klar abgelehnt, vor allem wegen der angespannten Haushaltslage der Kommunen.
Deutlich wurde hingegen auf das sogenannte „Konnexitätsprinzip“ hingewiesen!

Meine Frage an Sie: Wer bezahlt nun die notwendigen Bücher für die Schüler dieser betroffenen Jahrgangsstufe? Die Eltern? Was, wenn diese das nicht können? Als Elternvertreter muss ich das klar ablehnen. Die durch Ihr Ministerium eingeführten Reformen haben die Schüler des ersten G8-Jahrganges schon über Gebühr belastet, durch viel zu viel Nachbesserungsbedarf! Es ist nicht zu akzeptieren, dass hier gerade in der Zielgerade für die schulische Laufbahn wieder negative Situationen das Schulleben bestimmen.
Sollen die Schüler die Oberstufe mit Kopien bestreiten?
Diese Problematik ist einfach bei Ihren Reformen übersehen worden. Wir als Elternvertreter müssen Sie auffordern Ihre diesbezügliche Verpflichtung gegenüber unseren Kindern und auch uns Eltern wahrzunehmen!

Wir möchten Sie bitten, uns hierzu einen Lösungsweg aufzuzeigen. Das die Verantwortungen hin und her geschoben werden ist nicht hinzunehmen.
Uns ist bewusst, dass Sie durch die bevorstehenden Wahlen zeitlich sehr in Anspruch genommen sind, und möchten auch an dieser Stelle betonen, dass wir Ihre Reformen vom Wertgehalt her, unterstützen.
Dennoch können wir in der oben beschriebenen Sachfrage nicht mehr länger auf eine Lösung zu warten, da der Übergang in die Oberstufe und die diesbezüglichen Buchbestellungen vor der Tür stehen. Aus diesem Grund benötigen wir eine Rückmeldung noch vor den Wahlen.

Mit freundlichen Grüßen
Heike Lube (Vorsitzende Gymnasien)

Sehr geehrte Frau Sommer,

mit gemischten Gefühlen sieht die Schüler- und Elternschaft dem Doppeljahrgang in seiner Oberstufenlaufbahn zum Abitur entgegen. Zu den vielfältigen Problemen dieses Jahrgangs gesellt sich ein weiteres, sehr akutes Problem:
Die Schülerschaft erhält alljährlich auf den Jahrgang abgestimmte Schulbücher, die zu 1/3 aus dem Elternbeitrag zu 2/3 aus Landesmitteln stammen.

Mit dem Schuljahr 2010/11 tritt nun eine zusätzliche Stufe in die Oberstufe ein, für die von Seiten der Schule keine zusätzlichen Schulbücher beschafft werden können. Die regelmäßigen Mittel reichen laut der Auskunft von Schulleitungen noch nicht einmal aus, um in der Mittelstufe die Bücher kurzfristig umfassend an den G8-Bildungsgang anzupassen.
Nun einen kompletten Oberstufenjahrgang nur mit Kopien zu versorgen, ist nicht sinnvoll und verletzt zudem die Urheberrechte.

Wie sollen unsere Gymnasien mit dem Problem umgehen, das sich vereinfacht und überschlagmäßig wie folgt darstellt:

Jeder Schüler benötigt in der Oberstufe bei ca.11 belegten Kursen mindestens 8 Fachbücher ca. 30.- Euro. Das sind bei ca. 140 Schülerinnen und Schülern ca. 33.000.- Euro, die jeweils in den drei zukünftigen Schuljahren fehlen werden, um beide parallelen Jahrgänge chancengleich mit Schulbüchern auszustatten.

Die Vertreter der Aachener Stadtschulpflegschaft fordern, dass der Schuletat in den Gymnasien zur Beschaffung von Schulbüchern in den nächsten drei Jahren deutlich aufgestockt wird.

Wir bitten Sie unsere Sorgen Ernst zu nehmen, denn die Zukunft dieses Landes sind unsere Kinder. Dieser Doppeljahrgang hat es an vielen Ecken sehr schwer und diese Schüler werden noch über ihre Schulzeit hinaus an den übereilten und unausgereiften Reformen zu tragen haben.

Wir hoffen, dass Sie den Schülern, Lehrern und Eltern dieses Landes in einer so evidenten Frage, eine positive Antwort geben.

Mit freundlichen Grüßen

Sprecherkreis der Stadtschulpflegschaft Aachen

Helfen Sie uns, Ihnen richtig zu helfen!

Sehr geehrte Eltern eines Aachener Schulkindes,

als Stadtschulpflegschaft möchten wir mit dem Fragebogen gerne Ihre Meinung zu einigen schulischen Themen erfragen.

Die Stadtschulpflegschaft ist die schulübergreifende Vertretung aller Aachener Eltern. Für jede Schulform wurden Elternvertreter demokratisch gewählt. Wir alle arbeiten ehrenamtlich.

Um Ihre Interessen wirksam vertreten zu können, möchten wir auf diesem Weg Ihre Meinungen und Einschätzungen erfahren und ermitteln, welche Probleme in Ihren Augen dringend behandelt werden sollten.

Bitte nehmen Sie sich jetzt 10-15 Minuten Zeit, um den Fragebogen auszufüllen. Und geben Sie ihn im Umschlag in der Klasse Ihres Kindes ab, oder Sie füllen den Fragebogen direkt online aus.

Ob online oder auf Papier, der Fragebogen wird anonym behandelt. Niemand erfährt, wer ihn ausgefüllt hat. Allerdings möchten wir Sie bitten, Schule und Jahrgangsstufe Ihres Kindes anzugeben, damit wir Antworten gegebenenfalls nach Problemlagen bündeln können. Sollten Sie mehrere Kinder haben, bei denen unterschiedliche Probleme auftreten, füllen Sie bitte für jedes Kind einen Bogen aus.

Ihre Antworten werden von einer Aachener Bildungsberatungsfirma ausgewertet. Sie können die Ergebnisse nach der Auswertung hier einsehen. Wir werden sie aber auch in der Zeitung veröffentlichen und insbesondere für die Vertretung Ihrer Interessen im Schulausschuss der Stadt Aachen verwenden, wo wir ständig vertreten sind.

Herzlichen Dank für Ihre Hilfe,

mit freundlichen Grüßen

Ihre Sprechergruppe der Stadtschulpflegschaft Aachen

Weiter zur Fragebogenauswahl

Stadtschulpflegschaft Aachen

- Die Sprechergruppe -

Aachen, den 30.April 2009

Standpunkt

7 Forderungen an Stadtrat und Schulverwaltung

Zum Thema der eventuellen Zusammenlegung der Schulen Hauptschule Aretzstrasse, Hugo-Junckers-Realschule und des Geschwister-Scholl-Gymnasiums zu einer 4. Aachener Gesamtschule.

In Vertretung der Interessen Aachener Eltern von Schulkindern, wozu wir demokratisch legitimiert und somit beauftragt sind, stellen wir nach Sachklärung und intensiver Diskussion hierzu fest:

Die Gründung einer 4.Aachener Gesamtschule im Aachener Ostviertel soll nach derzeitigem Stand die Schließung der oben genannten 3 Schulen in der Folge nach sich ziehen. Alle 3 Schulen haben in den letzten Jahren spezifische, genau auf ihre Schülersituation und die Situation des Ostviertels zugeschnittene Konzepte entwickelt und mit teils überregional anerkanntem Erfolg (> Hauptschule Aretzstrasse) umgesetzt.

Gerade die schwierige soziale Situation im Aachener Ostviertel bedarf einer besonders aufmerksamen Differenzierung der Situationen der Kinder, auf die seitens der Schulen auch im Besonderen pädagogisch eingegangen werden muß. In genau diesem Sinne haben die 3 Schulen ein differenziertes, aber in jedem Fall durchdachtes und praxiserprobtes Angebot erarbeitet.

Solcher, pragmatischer und zielgruppenorientierter Differenzierung steht ein integrativer Ansatz, bei dem eine anstatt drei Schulen mit einer anstatt drei Leitungen, die zeitgleich allen Betroffenen mit ihren unterschiedlichsten Sachlagen gerecht werden soll, womöglich entgegen.

Es ist davon auszugehen, dass diese eher zentrale Einrichtung zunächst mit der Ausdifferenzierung und dem Erreichen der betroffenen Menschen überfordert wäre.

Mindestens für viele Jahre würde ein Verlust an Schulqualität, an Aufgehoben-Sein für die Schüler und an Identifikation mit Vertrautem für die Eltern gerade im Aachener Ostviertel gegeben sein.

Hieraus erwachsen ebenso negative Folgen für die Eltern außerhalb des Aachener Ostviertels: Eltern und Kinder, die sich im Aachener Ostviertel und der neuen Schule nicht mehr gut angenommen sehen, würden zwangsweise einen hohen Druck entwickeln, außerhalb des Ostviertels zur Schule zu gehen. Da bereits heute übliche Praxis ist, das gerade Hauptschüler und schwächere Realschüler es schwer haben, von den bereits bestehenden Gesamtschulen in Nähe des Ostviertels angenommen zu werden, muss befürchtet werden, dass gerade diese Schüler zu anderen Schulen außerhalb des Ostviertels abwandern.

Die bisherige Vorgehensweise mit dem Thema ist aus Sicht der Aachener Eltern und Kinder als unsensibel und undemokratisch zu bezeichnen. Unmittelbar vor den Schulosterferien, in denen viele Eltern schulpflichtiger Kinder verreisen, wurde das Vorhaben der Öffentlichkeit mitgeteilt, mit der Fristsetzung zur Ratsentscheidung so kurz danach, das kaum Zeit zur Auseinandersetzung und vor allem zum gründlichen Erarbeiten einer stimmigen Konzeption bleibt. Die jetzt angekündigte Verschiebung des Ratsbeschlusses auf den 26.Juni kommt dem nur teilweise entgegen, denn eine sachgemäße Erarbeitung eines durchdachten und mit den Betroffenen kommunizierten Konzepts innerhalb von nur zwei Monaten muss fraglich erscheinen.

Hier werden lebensprägende Entscheidungen für junge Menschen in wenigen Wochen politisch zur Umsetzung gebracht. Zuerst muss ein Konzept ausgereift sein, bevor es zur Entscheidung gebracht wird. Auch muss das Konzept im Detail bekannt sein, damit man weiß, worüber man entscheidet.

So aber muss der Eindruck entstehen, das im Grunde wegen vorgefaßter politischer Positionen und ideologischer Standpunkte eine Entscheidung nicht der Sache nach, sondern eben der Durchsetzung von Parteienpolitik nach erfolgt.

Es stellt sich so, wie derzeit verfahren wird, die Frage, ob hier nicht im Eigentlichen eine politisch-ideologisch verbrämte Sparmaßnahme umgesetzt werden soll, der tatsächlich nachgewiesene Best-Practice-Beispiele geopfert würden.-

Wir fordern:

1. In mehr pädagogische und schulische Innovations-Kompetenz zu investieren, entlang den von den 3 Schulen aufgezeigten Wegen und den Erkenntnissen aus dem vorliegenden Gutachten, sowie dem Schulentwicklungsplan – anstatt in eine nicht zu Ende gedachte Umgestaltung des Schul-Systems im Ostviertel mit kaum absehbaren organisatorischen und sozialen Folgekosten.

2. Den vorliegenden Kooperationsvorschlag der 3 betroffenen Schulen in diesem Sinne so weiterzuentwickeln, dass er genehmigungsfähig werde.

3. Zuerst ein konkretes Konzept im Detail vorzulegen und öffentlich an alle Betroffenen zu kommunizieren, bevor Entscheidungen getroffen oder vorweg beeinflusst werden.

4. Die Finanzierung der letztlich entschiedenen Maßnahmen vorab zu untersuchen und öffentlich darzulegen. Wer finanziert letzten Endes dieses Vorhaben ? Soweit es das Land NRW sein wird, sollte sodann vorab eine Abstimmung mit den dort bestehenden Meinungsbildnern abgesichert und kommuniziert sein.

5. Betroffene zu Beteiligten zu machen: die Eltern, die Schüler und die gerade hier oft hoch engagiert und erfolgreich wirkenden Schulleiter und -Mitarbeiter müssen mit ihren Erfahrungen, Erkenntnissen und tatsächlichen Bedürfnissen in die Gestaltung der Entscheidung einbezogen werden. Dies kann nicht ausreichend erfolgen in nun notgedrungener Weise einberufenen „runden Tischen“, die offensichtlich nicht Bestandteil einer durchdachten Vorgehensweise waren, sondern eher ein „Notstopfen“ mit Alibifunktion.

6. Hieraus folgert : die Schulleiter, die Schulpflegschaftsvorsitzenden und die Schülervertreter müssen nicht nur „gehört“ werden, sie müssen maßgebliche Impulsgeber der richtigen Dauerlösung sein und sich mit der endgültigen Lösung einverstanden zeigen.

7. Die Stadtschulpflegschaft hat aus der Breite der von ihr vertretenen Schulpflegschaften in den letzten Monaten einen Fragebogen an alle Aachener Schuleltern entwickelt, der zu Anfang Mai in Umlauf gebracht wird und den Elternwillen zu einigen zentralen Fragen erheben wird. Die Ergebnisse dieses Fragebogens müssen zur Versachlichung der Diskussion und zur Absicherung des Erreichens des Willens der Schuleltern dieser Stadt abgewartet werden. Die Ergebnisse werden voraussichtlich gegen Ende Juni vorliegen.

Gez. die Sprechergruppe der Stadtschulpflegschaft Aachen.

Aktuelles aus dem Schulausschuss:

Bezüglich der Ganztagsverpflegung hat der Schulausschuss am 28. August 2008 beschlossen, am „1000-Schulen-Programm“ der Landesregierung  teilzunehmen, sofern in Aachen weiterführende Schulen Anträge stellen. Konkret soll in diesen Schulen durch bauliche Maßnahmen die Möglichkeit geschaffen werden, ein warmes Mittagessen auszugeben.

Wichtig: Dieses Programm der Landesregierung ist für 2009/10 aufgelegt und ein entsprechender Antrag durch die Schulen muss bis zum 31.11.08 gestellt werden! Es handelt sich um einen einmaligen Termin!

Davon unabhängig können Schulen mit verpflichtendem Nachmittagsunterricht Zuschüsse für die pädagogische Übermittagsbereuung (Aufsichten und pädagogische Angebote) beantragen. In diesem Fall läuft die Frist zur Antragstellung bereits am 31.10.08 ab!

Ein drittes Programm ermöglicht Gymnasien und Realschulen gebundene Ganztagsschulen zu werden. Das bedeutet, dass an diesen Schulen an mehreren Tagen verpflichtender Nachmittagsunterricht stattfindet und neben einer Mensa weitere Räumlichkeiten (nach dem sog. Musterraumprogramm) errichtet werden. Auch hier läuft die Antragsfrist am 30.11.08 ab.

Nach Auskunft des Schulausschusses haben in Aachen nur das Geschwister Scholl Gymnasium und das St. Leonhard Gymnasium Interesse am gebundenen Ganztag bekundet. Der Ausschuss beschließt, das Geschwister Scholl Gymnasium für das Programm anzumelden.

Bezüglich des Ganztags und der Schulentwicklung im Bereich der weiterführenden Schulen findet die entscheidende Schulausschusssitzung am 23.10 08 statt!

Der Ansturm wird gewaltig sein. Im Sommer 2013 verlässt ein doppelter Abiturjahrgang die Gymnasien in NRW. Die Abiturientia im Doppelpack ist Folge der Schulzeitverkürzung.

Wer jetzt im achten Schuljahr ist, wird 2013 nach 13 Schuljahren ins Leben entlassen. Wer jetzt im siebten Schuljahr ist, hat nach zwölf Schuljahren - ebenfalls 2013 - die Hochschulreife in der Tasche. Elternvertreter aus Aachen sehen dem Termin schon jetzt mit Sorge entgegen. Denn wo sollen Studienplätze und Lehrstellen für all die jungen Leute herkommen?

Trotz Widerstand von Schülern, Lehrern und Eltern gegen die Art der Benotung des Arbeits- und Sozialverhalten auf NRW-Zeugnissen hat die Landesregierung dies massiv durchgesetzt und auch vor Drohungen gegen Schulen und Schulleitern nicht halt gemacht.